Sondervereinsgeschichte

Der Sonderverein wurde 1905 gegründet. In den ersten Jahrzehnten des Bestehens waren die Ramelsloher bei Landwirten und Hobbyzüchtern noch sehr beliebt. Der Verein hatte Mitte 1921 insgesamt 120 Mitglieder und brachte Züchterpersönlichkeiten wie den SV-Vorsitzenden Wilhelm Timme, Gittelde, Harms aus Aurich oder Krochmann aus Hamburg hervor, welche die weißen Ramelsloher über Jahrzehnte züchteten und erfolgreich ausstellten.

 Die gelben Ramelsloher konnten allerdings nie an die Beliebtheit ihrer weißen Vettern anknüpfen, sie blieben stets eine Seltenheit und waren mehrmals dem Aussterben nahe. Zwar entstand 1925 ein eigener Sonderverein für die Gelben, dieser blieb aber erfolglos, löste sich 1930 wieder auf, um ein Jahr später neugegründet zu werden. Mit dem 2. Weltkrieg verlieren sich seine Spuren endgültig.
Auch für die weißen Ramelsloher brachen schwierige Zeiten an. Der Aufstieg der Leghorn und Italiener verdrängte sie von den Höfen und die von den Nationalsozialisten verfügte Beschränkung der bäuerlichen Hühnerhaltung auf wenige Wirtschaftsrassen ließ die alte Rasse endgültig zur Rarität werden, auch wenn Wilhelm Cohrs, Hamburg, mit seinen Tieren 1937 und 1939 bei den Großschauen in Berlin und Leipzig noch Reichssieger werden konnte.
 Die Teilung Deutschlands wirkte sich auch auf den kleinen verbliebenen Bestand der Ramelsloher aus. Zwar entstand der Sonderverein wieder und in der DDR bildete sich eine eigenständige Sonderzuchtgemeinschaft, Kontakte zwischen beiden Vereinigungen waren aber fast unmöglich. Die weitere Entwicklung war auf beiden Seiten der Grenze ähnlich: Engagierte Züchter wie Stolte senior und junior im Westen und Endorf im Osten hielten die Rasse am Leben, die Zahl der Zuchten stagnierte aber. Ein Tiefpunkt war um 1980 erreicht, als selbst auf Großschauen kaum noch Ramelsloher gezeigt wurden.In den Jahren danach verbesserte sich die Situation etwas. Zumindest eine Handvoll Ramelsloher stand jeweils wieder auf den Bundesschauen. Die Züchter Schweitzer, Friedewalde, und Zölzer erweckten den gelben Farbschlag durch Einkreuzungen wieder zum Leben und seit 1997 finden wieder jährliche Hauptsonderschauen statt – meist im norddeutschen Raum – mit bis zu 65 Tieren. In den letzten Jahren sind zu den Züchtertreffen auf den Großschauen auch Sommertagungen hinzugekommen. Der Sonderverein der Ramelsloherzüchter ist immer noch einer der kleinsten SV, zwar kann deshalb kein Organisationsgrad wie bei größeren Vereinigungen erreicht werden, aber jeder kennt jeden, die Zusammenarbeit ist eng und unbürokratisch, auch besteht ein guter Kontakt zu den in der Gesellschaft zur Erhaltung seltener Haustierrassen (GEH) organisierten Züchtern und Haltern von Ramelslohern.  Hauptaufgabe der nächsten Zeit wird es sein, den Bestand trotz negativer Rahmenbedingungen durch die Maßnahmen gegen die Vogelgrippe zu sichern und möglichst noch auszubauen. Ebenso soll ein Ziel sein allzu enge Inzucht zu vermeiden und den gelben Farbschlag weiter zu verbessern. Die beiden vorhandenen Farben zu erhalten ist bereits schwer genug deshalb wird die Erzüchtung neuer Farbenschläge oder eine Verzwergung der Ramelsloher  von den SV-Mitgliedern nicht angestrebt.
(Text: Uwe Dunkel, Bleckede)
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